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Das von "aussen" an ein System vorgegebene,
aktuelle Anforderungsprofil kann sich im Verlaufe der Zeit markant verändern.
Speziell im heutigen, sich rasant verändernden wirtschaftlichen Umfeld
werden immer höhere Anforderungen hinsichtlich Lieferbereitschaft,
Flexibilität und Qualität gestellt. Lösungskonzepte, welche
auf den aktuellen Bedarf zuge-schnitten sind, gleichzeitig aber über
Erweiterungspotential und eine grosse Systemflexibilität verfügen,
sind das zentrale Thema und bleiben somit nicht ohne Einfluss auf die
Planung von Logistiksystemen.
Interdisziplinäres und vorausschauendes Arbeiten im Expertenteam
wird in besonderem Masse gefragt. Zurückblickend auf die Planungsphase
bei Hoechst Marion Roussel, darf festgestellt werden, dass dies in besonders
gutem Masse gelungen ist. Die grosse Betriebserfahrung des Hoechst Marion
Roussel-Teams, zusammengesetzt aus Planungsexperten aus der Zentrale in
Frankfurt und aus dem Werk in São Paulo, sowie die fachspezifische
Erfahrung des Architektur- und Produktionsplanungsunternehmens und von
Stöcklin als Systemlieferant, haben wesentlich dazu beigetragen,
dass die Planungsziele erreicht werden konnten.
Es sind dies: strukturierte und dynamische Abläufe und Warenflüsse;
Abdeckung der Spitzenleistungen, mit der Möglichkeit allfällige
Leistungssteigerungen stufenweise zu installieren; Entwicklung eines Layouts
mit grossem Flexibilitätspotential, welcher funktional erweitert
werden kann; dies ohne grössere Betriebsunterbrüche; Einhaltung
aller für den Pharmabetrieb geforderten Reinlichkeitsanforderungen
(GMP); Informationstechnische Integration auf höchstem Sicherheitsniveau;
Einhaltung der geforderten Bedingungen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsrechnung
Das Logistikkonzept
Das Resultat aus der gemeinsam durchgeführten Planung ist ein Förder-
und
Lagersystem, welches die verschiedenen Bereiche im klassischen vertikalen
Die informationstechnische Integration
Als zentrales Element zwischen der übergeordneten EDV (Host System
mit SAP/R3) und den Anlagesteuerungen für die Regalbediengeräte
und die verschiedenen Transport-anlagenbereiche, übernimmt das Lagerverwaltungssystem
LAKOS folgende Hauptaufgaben :
* Steuerung und Koordination sämtlicher physischen Materialflüsse
innerhalb des automatischen Förder- und Lagersystems. Wobei Transportrouten
je nach Anlage-belegung einzelner Teilbereiche optimiert und festgelegt
werden.
* Lagerverwaltung auf Artikelniveau. Während das über-geordnete
EDV- System lediglich die Gesamtmengen einzelner Artikel und Lose kennt,
werden der genaue Lagerort resp. der Standort auf der Transportanlage,
Mengen pro Los und damit auch sämtliche weiteren Artikeldaten auf
dem Lagerverwaltungssystem geführt und auch verwaltet.
* Erfassung aller Wareneingänge auf Artikelniveau. Die einzelnen
Operationen wie Um-palettierung, Musterzug, Quarantäneverwaltung
werden ebenfalls vom Lagerverwal-tungssystem unterstützt.
* Aufbereitung des vom Produktionssteuerungssystem der übergeordneten
EDV übermittelten Bedarfs für einzelne Produktionslose. Die
EDV übermittelt wiederum nur den jeweiligen Gesamtbedarf, während
das Lagerverwaltungssystem für die Bereitstellung der einzelnen Artikel
verantwortlich ist.
Die einzelnen Artikelmengen pro Auftrag werden vom Lagerverwaltungssystem
nach verschiedenen Kriterien aufbereitet : Produktionslos; Verfalldatum;
Verfügbare Menge auf entsprechenden Ladungsträgern, etc.
* Aufzeichnung, Aufbereitung und Archivierung sämtlicher Artikelbewegungen
* Touren und zeitgerechte Aufbereitung der einzelnen Warenausgänge
* Verwaltung weiterer Lagerbereiche wie : Anbruchlager im Dispensing;
Label- und Beipackzettellager; Sonderlager für die mit Qualitätsmängel;
behafteten Materialien
Das Lagerverwaltungssystem LAKOS zeichnet sich unter anderem durch folgende
Merkmale aus: Benutzerfreundlichkeit; Hoher Standardisierungsgrad und
trotzdem grosse Flexibilität für kundenspezifische Applikationen;
kürzeste Inbetriebnahmezeiten
Eine besondere Herausforderung stellte auch die Zertifizierung der Schnittstelle
zu SAP dar. Damit wird gewährleistet, dass auch für diesen sensiblen
Bereich die Validierungskriterien vollumfänglich erfüllt werden.
Auf der Zielgeraden
Mit der Umsetzung des beschrieben Planungskonzeptes wurden alle wesentlichen,
dem Projekt zu Grunde liegenden Zielsetzungen einbezogen. Dies gilt sowohl
für die angestrebten Systemleistungen und Volumenkriterien, als auch
für die informationstechnische Integration und die konsequente Umsetzung
aller GMP resp. Validierungskriterien.
Die konzipierte Lösung zeichnet sich auch insbesondere durch ihre
grosse Systemflexibilität und einem signifikanten Erweiterungspotential
aus. Der ursprünglich definierte Budget-rahmen und die damit verbunden
Rentabilitätsüberlegungen werden nicht nur eingehalten, sondern
auch noch weiter optimiert.
Der Anlagebetreiber als Partner
Mit welchem Erfolg ein gesamtheitliche Integration der Abläufe und
Funktionen erfolgt und wie gut das übergeordnete Ziel der angestrebten
Rentabilität erreicht wird, hängt neben der Erfahrung des Lieferanten
auch in starkem Masse vom „Input“ des Betreibers ab.
Auch bei der Planung und Realisierung von Neuanlagen auf der „grünen
Wiese“ gilt :
Die hundertprozentige Lösung wird es nie geben, da praktisch jedes
Projekt sowohl technischen als auch finanziellen Einschränkungen
unterworfen ist. Eine optimale Lösung ist jedoch immer möglich.
Sie setzt aber voraus, dass von allem Anfang an die betriebs-spezifischen
Erfahrungen und klaren Zielformulierungen des Betreibers als auch die
fachliche Erfahrung des Lieferanten als Basis für das zu entwerfende
Konzept und in die Ablaufplanung mit einfliessen.
Nur derjenige Lieferant, der auf den Betreiber eingeht und die Anforderungen
und Bedürfnisse in ihrer Gesamtheit versteht, wird eine Lösung
anbieten können, welche bis ins Detail auf den Betrieb abgestimmt
ist.
Eine starke Partnerschaft zwischen Betreiber und Lieferant ist hierbei
der Schlüssel zum Erfolg.
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Systemdaten :
Lagerhöhe 26 m
Lagerlänge 90 m
Anzahl Lagergassen 4
Anzahl Regalbediengeräte 4
Lagerkapazität ca. 10’000 Paletten
Paletten abmessung 1’000 x 1’200 mm
Ladegewicht 1’000 kg
Anzahl Förderebenen 3
Einlagerung (Einzelspiel) 48 Pal./ Std.
Ein- resp. Auslagerung (Doppelspiel) 30 Pal./ Std.
Anlagesteuerung (SPS) Simatic S7
Lagerverwaltung Alpha Dec Server
Betriebssystem Unix
Stahlbau (freistehend) Aguia
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